Das Fahrrad als gleichberechtigtes Verkehrsmittel – oder: Wer ist eigentlich dieser Égard?

Grand Départ aber mit Égard

Ich finde diese Plakate richtig nett, freue mich immer, wenn ich sie sehe, wenn ich zur Arbeit radele. Denke dann darüber nach, dass ich mehr Rücksicht nehmen könnte, wenn ich mit dem Rad unterwegs bin – zum Beispiel rechts-vor-links besser zu achten oder anzuhalten, wenn Fußgänger über den Zebrastreifen wollen – langsam werde ich darin besser.

Auf der anderen Seite fallen mir Petra und Beate von Dynamo Wersten ein. Beide sind während des Stadtradelns vom Auto angefahren worden. Bei Beate gab es einen Totalschaden am eBike, aber sie konnte trotz einiger Prellungen und Rückenschmerzen schnell wieder aufs Rad. Der Fahrer sagte: „Ich habe Sie zwar gesehen aber dann vergessen, dass Sie da sind.“  Petra kam ins Krankenhaus und wurde am unteren Lendenwirbel operiert, es sieht zum Glück so aus, als könne sie nächstes Jahr wieder mitfahren. Die Beifahrerin sagte: „Wir waren so damit beschäftigt, auf die anderen Autos zu achten, da habe wir Sie nicht gesehen.“

Was sind das denn für Aussagen?!? Ja, wir brauchen Égard, Rücksicht. Und wir brauchen vor allem eine Gleichberechtigung der VerkehrsteilnehmerInnen – in den Köpfen und in der Verkehrsführung und –planung.

Dieses ständige Gefühl, als RadfahrerIn im Weg zu sein, zu stören und die ständige Furcht, nicht gesehen, übersehen zu werden, das muss aufhören. Wer mal in Holland mit dem Rad unterwegs gewesen ist, weiß, wie schön es sich anfühlt, als RadfahrerIn im Straßenverkehr gleichberechtigt zu sein. Da müssen wir hin.

Petra und Beate weiterhin gute Besserung!

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